Die Schiedsrichter (und ihre größte Herausforderung)

Die Masse von 476 Spielern im Allgemeinen und die Erfordernisse von zwei Boosterdrafts im Besonderen verlangten natürlich nach einem zahlenstarken und erfahrenen Judgeteam. Zwischenzeitlich waren bis zu 23 Schiedsrichter im Einsatz und sorgten mit einer Ausnahme (mehr dazu weiter unten) für einen weitgehend reibungslosen Ablauf.

Hintere Reihe auf der Bühne hockend: Simon Ahrens, Klaus Lassacher, Steffen Baumgart, Philip Körte, Helge Stoffregen, Jürgen Wierz, Sebastian Reinfeldt
Mittlere Reihe auf der Bühne sitzend: Julien Al-Rubei, Ralph Glätsch, Ivan Petkovic, Headjudge Michael Wiese, Dirk Schlösser, Tristan Hof, Philip Schulz
Vordere Reihe stehend: Christoph Sourcin, Benjamin Herz, Dennis Nolting, Lars Freitag, Simon Mathee, Nicole Weber, Heinrich Schild, Jörg Nottebrock
Nicht abgebildet: Sonntagsneuzugang Beate Mußhoff und Scorekeeper Martin Golm

Am Ende des ersten Tages, als sie zum Fototermin gebeten wurden, waren alle noch guter Dinge und das Turnier war bis dahin auch wirklich zügig über die Bühne gegangen. Vor allem die Klassentreffenatmosphäre, für die die DM schon früher immer geschätzt gewesen war, kam schnell wieder auf. So gab es ein Wiedersehen mit Philip Schulz, der als Dienstältester bereits bei der Deutschen Meisterschaft 2000 dabei gewesen war, oder mit Lars Freitag, der bloß ein Jahr später dazugestoßen war, und natürlich mit Michael Wiese, der erneut die Rolle des Headjudges übernahm, wie zuvor in den Jahren 2008, 2009 und 2010, der allerdings ankündigte, seine Headjudgekarriere mit der diesjährigen DM zu beenden.

Zwischen der vorletzten und letzten Draftrunde am Sonntag gab es dann jedoch eine außerplanmäßige Unterbrechung von circa 75 Minuten. Michael Wiese erklärte den Fall folgendermaßen: „In der Kurzfassung hatten wir mit Softwareproblemen zu kämpfen. Wobei das eigentliche Problem noch darüber hinaus ging. Und zwar gab es einen Drafttisch, aus dem alle bis auf einen Spieler gedroppt waren. Weil die Draftrunden tischintern gespielt werden, hatte dieser Spieler nun bereits in Runde 8 ein Freilos bekommen. Dass ein Spieler innerhalb von drei Draftrunden ein zweites Freilos bekommt, ist nach dem Modifizierten Schweizer System aber gar nicht vorgesehen. Und die Turniersoftware wollte das auch partout nicht zulassen.“

„Das war jedenfalls der erste Fehler, den wir bemerkt haben. Im weiteren Verlauf entdeckten wir dann noch diverse ähnlich gelagerte Fälle“, fügte Wiese hinzu, „zum Beispiel an Tischen, wo nur noch drei Spieler waren.“

Eine kuriose Situation, die so nicht vorherzusehen war. Wiese gab etwas Kontext: „Dermaßen viele Drops sieht man sonst nicht. Bei Grands Prix gibt’s das einfach nicht, weil der Tag erst mit Draft anfängt. Im Grunde betreiben wir hier Grundlagenforschung für die anderen Nationals, die da noch kommen, damit die es besser machen können.“

Welche Schlussfolgerung aus Wieses Ausführungen zu ziehen war, blieb unklar. Besser wäre möglicherweise gewesen, am ersten Tag fünf Runden Standard und drei Runden Boosterdraft zu spielen. Wobei das Aufteilen der Standardrunden in dieser Form vielleicht gar nicht zulässig gewesen wäre.

Dass das Turnier schlussendlich doch wieder auf die rechte Bahn gelenkt wurde, dafür gebührte der Dank dann in erster Linie Scorekeeper Martin Golm.

Martin Golm, Held des Tages, fleißig bei der Arbeit

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